Goldener Herbst im Puschlav

Rundwanderung von Sfazù, an der Bernina-Passstrasse, zum Rifugio Saoseo und zum Lagh di Saoseo im Val da Camp. Der Bergsee ist einer der schönsten, wenn nicht gar der allerschönste, im Kanton Graubünden.

Das Puschlav liegt im Kanton Graubünden und ist ein italienischsprachiges Süd Tal. Mein Vorhaben führt mich ins Val da Camp, es grenzt an drei Seiten an Italien, nur die Zufahrt über Sfazù ist schweizerisch. Es wurde mittlerweile auch ins Bundesinventar der Landschafts- und Kulturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen. Dieses Tal ist eines der bekanntesten des Landes, obwohl es für die gesamte Schweiz recht abgelegen ist.

In Sfazù nach ca. 3,5 Stunden Autofahrt angekommen und mit etwas Glück noch einen Parkplatz ergattert. Grundsätzlich stehen genügend kostenlose Parkgelegenheiten zur Verfügung, jedoch kann es an einem sonnigen Tag etwas eng werden. Besonders wenn man erst am späteren Morgen anreist. Natürlich besteht auch die Möglichkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Berninastrecke der Rhätischen Bahn führt als höchste nicht zahnradbetriebene Eisenbahnlinie Europas über den 2328 Meter hohen Berninapass Das Ziel Sfazù liegt an der Bernina-Passstrasse (Bushaltestelle: Sfazù, Fermata). Wer es gemütlich mag, der nimmt das kleine Postauto (Platzreservation erforderlich!) zum Rifugio Saoseo und kürzt die Wanderzeit so um rund 1,5 Stunden.

Mein Ziel für heute soll der Paso di Viola auf 2432 m.ü.M. sein, auf welchem ich auch übernachten möchte. Somit liegen etwas mehr als 800 Höhenmeter vor mir! Von Sfazù führt ein sanfter Anstieg an den Gemeinden Salva, Mottacalva, La Tunta, Rügiul und Salina vorbei. Bis zum Rifugio Saoseo, welche aus der SRF Sendung “Hüttengeschichten” bekannt ist. Die SAC Hütte bietet eine wohlschmeckende und abwechslungsreiche Küche mit Spezialitäten aus der Region. Familien, Naturgeniesser und Personen auf der Suche nach der Einsamkeit, werden sich in das Tal und die Hütte verlieben.

“Oh, wie ist die Welt so mies,
es gibt aber doch noch ein Paradies.
Val di Campo heisst der Flecken,
phantastisch schön sind alle Ecken.”

Der Lagh di Saoseo ist von der Hütte aus in ungefähr 30 Minuten erreichbar. Dieser Bergsee ist wirklich etwas Spezielles, wirkt er doch wie eine optische Täuschung mit seiner intensiv Kobaltblauen leuchtenden Färbung. Ein wunderbarer Ort zum Entspannen und nachzudenken. Natürlich ist dieser Ort auch ein beliebtes Motiv während der Dämmerung, und es ist gut möglich, dass man noch auf andere Fotografen trifft. Weiter führt mich der Weg zum Lagh da Val Viola. Wie ein dunkelviolettes Auge legt sich der Lagh da Val Viola in die sanfte Mulde am Fusse des Scima da Saoseo, dessen zerfurchte Gratlinie einen reizvollen Kontrast bildet zu den samtigen Weiden, stillen Seen und lichten Arven- und Lärchenwäldern des Val da Camp.

Mein Ziel, der Paso di Viola liegt in greifbarere Nähe. Jedoch ist es schon später Nachmittag und die Kräfte lassen langsam auch etwas nach. Da das Gepäck und die Ausrüstung doch einiges an Gewicht hat und mir alles abverlangt. So habe ich mich kurz umentschieden und leicht oberhalb des Lagh da Val Viola zu übernachten.Die Nacht war etwas Kühl, es ist ja auch schon Mitte Oktober. Jedoch habe ich einigermassen gut geschlafen und fühle mich wieder fit für den Abstieg. Der Weg führt mich wieder an den beiden Bergseen vorbei, jedoch nehme ich diesmal den Wanderweg am Nordhang des Scima da Rügiul. Er führt mit sanftem Gefälle an herrlichen Weiden und Bergbächen vorbei.

Jede Jahreszeit hat seine eigenen Eigenschaften. Auch der Herbst, der meistens von Nebel und kaltnassem Wetter beherrscht wird, hat er sich diesmal im Puschlav von seiner schönsten Seite gezeigt. Das Val da Camp ist im Herbst wirklich wunderschön und ein Ausflugstipp. Die Farben der Natur und Pflanzenwelt, mit den goldgelben leuchtenden Arven- und Lärchenwäldern ist etwas Spezielles und sollte man einmal in seinem Leben gesehen haben.

Ein kleines Paradies auf Erden, ich werde bestimmt nicht das letzte mal an diesem Flecken gewesen sein!

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