Grundlagen der Fotografie Fundiertes Grundwissen ist die Voraussetzung für gelungene Bilder

Die Blende

Die eingestellte Blende, auch Blendenwert genannt, hat Einfluss auf zwei Faktoren. Zum einen bestimmt die Blende den Schärfentiefe Bereich, sprich ob der Hintergrund scharf oder unscharf wird. Zum anderen, wie lange der Verschluss geöffnet werden muss, um eine korrekte Belichtung zu erhalten. Mit einer kleinen Blendenzahl, also einer grossen Blendenöffnung fällt durch die grössere Öffnung im Objektiv mehr Licht auf den Sensor. Die Verschlusszeit wird dadurch kurzgehalten. Ebenso wird der Hintergrund unscharf abgebildet. Bei einer hohen Blendenzahl, also einer kleinen Blendenöffnung fällt nun deutlich weniger Licht auf den Sensor. Die Belichtungszeit verlängert sich, jedoch wird der Hintergrund scharf abgelichtet. Um nun die Belichtungszeit wieder zu verkürzen, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden, kann der ISO-Wert erhöht werden.

Das Spiel mit der Tiefenschärfe

Um interessante Bilder zu machen, ist das Spiel mit der Tiefenschärfe eine gute Möglichkeit und lässt der Kreativität viel Freiraum. In gewissen Situationen möchte man eventuell das Motiv vom Hintergrund etwas abheben. Da bietet sich ein unscharfer Hintergrund geradezu an. Es ist also eine kleine Blendenzahl, sprich eine grosse Blendenöffnung zu wählen. Je nach Objektiv und Brennweite ist darauf zu achten, dass der Schärfebereich genug gross ist, damit das Motiv vollständig scharf dargestellt wird. Bei Menschen und Tieren wird am besten auf die Augen fokussiert, dies führt zu einem natürlichen Ergebnis.

Die Blendenzahl und die Blendenöffnung grafisch dargestellt.
Die Blendenzahl und die Blendenöffnung grafisch dargestellt.

Wie finde ich den Schärfentiefe Bereich meines Objektivs heraus?

Der Schärfentiefe Bereich hängt von der Brennweite, der Distanz zum Motiv und der Blende ab. Je kürzer die Brennweite, desto grösser ist der scharf dargestellte Bereich. In der Landschaftsfotografie werden aus diesem Grund meistens Brennweiten zwischen 10 – 35mm eingesetzt. So wird in Kombination mit einer kleinen Blende im Idealfall ein komplett scharfes Bild erreicht. In der Portraitfotografie werden eher längere Brennweiten zwischen 80 – 100mm verwendet. Mit einer grossen Blende kann nun die Person vom Hintergrund isoliert werden.

Mittlerweile gibt es einige Helfer, wie die App «PhotoPills» fürs Smartphone. Nach Eingabe des Kameramodells und des verwendeten Objektivs, wird einem der Schärfentiefe Bereich berechnet. Jedoch sollte der Fokus an der richtigen Stelle platziert werden. Hier gilt die 1/3 zu 2/3 Regel. Das bedeutet, dass 1/3 des Bereichs vor der Schärfeebene liegen und 2/3 dahinter.

Wenn die Sonne lacht, nimm Blende 8!

Diese alte Fotografenweisheit stammt aus einer Zeit, in der die Belichtungsmessung noch in den Kinderschuhen steckte. Die Belichtung mit Blende 8 bei einer 1/125 Sekunde war für einen Film mit der damals üblichen Empfindlichkeit der Standardwert für Aufnahmen bei direktem Sonnenlicht.

Trotz der Unvollkommenheit der damaligen Belichtungsmessung wurden durch diese alte Berufsweisheit und die nötige Berufserfahrung technisch einwandfreie Aufnahmen gemacht. Dies beweist, dass trotz der modernen Technik die Erfahrung und das technische Können wichtige Elemente der fotografischen Arbeit darstellen.

Wie erhalte ich bei Aufnahmen von Lichtquellen die Blendensterne?

Wie es der Begriff schon verrät, ist für diesen Effekt die Blende verantwortlich. Da die Blende aus einzelnen Lamellen besteht, hat die Öffnung die Form eines Polygons. Sie ist damit nicht exakt Rund und daher kommen die Strahlen. Wäre die Öffnung kreisrund, würde sich ein homogener Schein um die Lichtquelle abbilden. Wie stark sich dieser Effekt ausbildet, hängt auch mit der Grösse des Sensors zusammen. Bei Vollformatsensoren muss die Blende mehr geschlossen werden, um diesen Effekt zu erzielen. Bei welchem Wert der Effekt beginnt, muss jeder für sich herausfinden. Grundlegend ist aber zu erwähnen, dass man mit einem Anfangswert einer Blende von f11 gut bedient ist. Es kommt ja auch immer darauf an, was der Fotograf von der Aufnahme erwartet oder welche Vorgabe im Kopf hat.

Wie viele Strahlen sich bilden ist abhängig von der Anzahl der Blendenlamellen. Bei Objektiven mit 9 Lamellen bilden sich 18 Strahlen. Bei ungerader Lamellenzahl bildet sich die doppelte Zahl an Strahlen. Bei gerader Zahl hingegen bilden sich genauso viele Strahlen wie Lamellen. Das liegt wohl daran, dass sich dann immer je zwei Strahlen genau gegenüberliegen und damit gegenseitig aufheben, bzw. überlagern.

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