Programm-Automatik

Als Programm-Automatik wird eine Belichtungsautomatik bei Kameras bezeichnet, bei der sowohl die Belichtungszeit des Verschlusses, als auch die Blendenzahl durch die Belichtungsmessung der Kamera bestimmt werden. Kameras, die über eine Programmautomatik verfügen, werden auch als Vollautomaten bezeichnet.

Da die Auswahl der Zeit-/Blendenkombination immer das Zusammenspiel zwischen einer optimalen Blende für Schärfentiefe und der korrekten Belichtungszeit in Erwägung ziehen muss, sind viele moderne Kameras mit mehr als einer Programm-Automatik ausgestattet. So hat ein “Sportprogramm” zum Ziel, die kürzeste Belichtungszeit zu wählen, um Bewegungsunschärfe zu vermindern, während ein “Nahaufnahmeprogramm” die kleinste Blende für die höchstmögliche Schärfentiefe wählt.

P Modus

Multi-Programmwahl

Die Steuerungsautomatik der Kamera berücksichtigt bei der Multi-Programmwahl automatisch die Brennweite des an die Kamera angesetzten Wechselobjektivs und kann dann auf ein spezifisches Weitwinkel-, Standard- oder Tele-Programm zurückgreifen. Mit einem Objektiv längerer Brennweite (ab 105 mm) schaltet die Kamera beispielsweise auf das Teleprogramm um, das nach Möglichkeit eine Kombination mit größerer Blende und kürzerer Belichtungszeit wählt, um Verwacklungen vorzubeugen. Der Leistungsumfang dieser bereits erheblich verbesserten Programmautomatiken wurden in neueren Kameragenerationen erheblich erweitert und versucht heutzutage beispielsweise, anhand der Bewegung des durch den Autofokus identifizierten Hauptmotivs zu ermitteln, ob es sich um ein statisches oder schnell bewegliches Objekt handelt, und die Zeit-/Blendenkombination dementsprechend weiter anzupassen.

Programm-Shift

Als Programm-Shift wird eine Funktion bezeichnet, manuell in die von der Programmautomatik ermittelte Zeit-/Blendenkombination einzugreifen und deren Werte zu verschieben, wobei jedoch eine korrekte Belichtung im Rahmen des in der aktuellen Lichtsituation möglichen immer gewahrt bleibt. Ändern sich die Lichtverhältnisse, so berücksichtigt dies die Programmautomatik in ihrem parallel verschobenen Verlauf.

Hat man beispielsweise die von der Programmautomatik ermittelten Werte um zwei Belichtungsstufen hin zu einer kürzeren Belichtungszeit verschoben und visiert eine dunklere Partie des Motivs an, so wird die Belichtungszeit wieder länger und die Blende wird weiter geöffnet. In jeder Kombination bleibt dann jedoch die Belichtungszeit um zwei Belichtungsstufen kürzer und die Blende um zwei Stufen größer als in der von der Kamera eingestellten Zeit-/Blendenkombination.

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